Unternehmensanleihen
Jeder Anleger, der einen Anteil an Unternehmensanleihen erwirbt, gibt dem Heraugeber der Unternehmensanleihen, umgangssprachlich auch Emittenten genannt, einen Kredit und bekommt dafür im Gegenzug Zinsen. Immer mehr Unternehmen finanzieren sich heutzutage durch Unternehmensanleihen. Ein Grund für die Unternehmensanleihen ist auch die Abnabelung von den Banken. Für den Privatanleger sind Unternehmensanleihen, in Zeiten eines niedrigen Zinsniveaus (Festgeld/Tagesgeld), eine Gelegenheit, attraktive Renditepapiere zu bekommen. Mit Unternehmensanleihen lassen sich höhere Zinsen erzielen, als mit einer gleichermassen beurteilten Bundesanleihe. Manche Unternehmensanleihen bescheren dem Anleger 7 % und mehr pro Jahr. In Zeiten einer Wirtschafts- und Finanzkrise locken Unternehmensanleihen sogar noch mit grösseren Zinsen. Je länger aber eine solche Krise andauert, desto grösser ist jedoch auch das Risiko eines Ausfalls für den Anleger. Durch eine Wirtschaftskrise können auch gesunde Unternehmen in eine Schieflage geraten und dies könnte wiederum den Besitzer von Unternehmensanleihen ins Schwitzen bringen, denn Unternehmensanleihen sind Inhaberschuldverschreibungen, deren Bedeutung eines Kredits ählich ist. Kommt es zu einer Pleite des Unternehmens, dann sind auch die Unternehmensanleihen nichts mehr wert.
Und genau deshalb sollten Anleger einen Blick auf solide Schuldner haben, denn wenn der Herausgeber (Unternehmen) von den Unternehmensanleihen insolvent wird, dann geniesst der Besitzer der Unternehmensanleihen keinerlei Schutz. Hier greift kein Einlagensicherungsfonds. Gerade in der Wirtschaftskrise locken etliche Unternehmensanleihen mit hohen Coupons (Zinssätzen). Unternehmensanleihen, die von Standard & Poors nur mit einer durchschnittlichen Bonität (BBB) ausgezeichnet wurden, müssen Anleger mit höheren Renditeaufschlägen locken, als Unternehmensanleihen mit sehr hoher Sicherheit (AA+). Aber bei den Unternehmensanleihen im Bereich der mittlere Investment-Grade, also BBB, finden sich Unternehmensanleihen, die mit einem sehr guten Chance-Risiko-Verhältnis aufwarten. Man muss natürlich eine selektive Auswahl der Unternehmensanleihen in der Region der durchschnittlichen Bonität treffen. Die besten Laufzeiten liegen zwischen 3 und 7 Jahren. Hier haben Unternehmensanleihen eine gute Mischung aus relativ hoher Rendite und einem Zeitraum, der für jeden Anleger überschaubar ist. Was Sie aber bei Unternehmensanleihen noch bedenken sollten, ist die Spanne (Spread), die zwischen und An- und Verkaufpreis herrscht. Bei Unternehmensanleihen, die weniger bekannt sind und deshalb selten an der Börse gehandelt werden, kann so eine Spanne bis zu 3 % betragen und damit die auf den ersten Blick attraktive Rendite entsprechend schmälern. Aber ob man Unternehmensanleihen oberflächlich oder mit mehr Tiefgang betrachtet, sie sind auf jeden Fall eine Bereicherung der Geldanlage und als Mix für das eigene Vermögensdepot unbedingt zu empfehlen. Eine weitere sichere monatliche Anlagemöglichkeit ist der Sparbrief.

